Wer schon einmal eine E-Mail auf Deutsch verfasst hat, hat sich vielleicht schon gefragt: Schreibt man „nach wie vor“ zusammen oder getrennt? Die Antwort ist eindeutig – und dennoch taucht der Fehler immer wieder auf.

Richtige Schreibweise: nach wie vor (getrennt) ·
Falsche Schreibweise: nachwievor (zusammen) ·
Duden-Eintrag: vorhanden ·
Häufigster Fehler: Zusammenschreibung ·
Bedeutung: noch immer, immer noch

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Keine Unsicherheiten: Schreibweise und Bedeutung sind eindeutig normiert.
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht
  • Bei Zweifeln an der Schreibweise hilft ein Blick in den Duden oder in vertrauenswürdige Sprachportale.

Sechs Fakten, zusammengefasst: Das Wichtigste auf einen Blick.

Merkmal Wert
Richtige Schreibweise nach wie vor
Falsche Schreibweise nachwievor
Bedeutung noch immer, immer noch
Wortart Adverb (Wendung)
Herkunft mittelhochdeutsch „nāch wie vor“
Duden-Status gelistet als zusammengesetzte adverbiale Wendung

Ist „nach wie vor“ oder „nachwievor“ die richtige Schreibweise?

Warum wird „nach wie vor“ getrennt geschrieben?

  • Die Wendung besteht aus drei eigenständigen Wörtern: „nach“, „wie“ und „vor“. Die Getrenntschreibung folgt der Regel, dass Wortgruppen aus selbstständigen Bestandteilen nicht zusammengezogen werden (korrekturen.de (Sprachredaktion)).
  • Eine Zusammenschreibung wie „nachwievor“ würde das Schriftbild verletzen und ist orthografisch falsch (Scribbr (Bildungsportal)).
Warum das wichtig ist

Wer „nachwievor“ schreibt, riskiert im beruflichen oder akademischen Kontext den Eindruck mangelnder Sprachkompetenz. Der häufigste Fehler im Deutschen betrifft genau diese Art von festen Wendungen – und er lässt sich mit einer einfachen Regel vermeiden.

Was sagt der Duden zur Schreibweise?

  • Der Duden (das offizielle Rechtschreibwörterbuch) listet „nach wie vor“ als eigenständigen Eintrag mit Bedeutungsangabe und Grammatikinformationen.
  • Er führt die Wendung in getrennter Schreibweise und gibt als Beispielsatz an: „er hatte nach wie vor nie Zeit“ (Duden (das offizielle Rechtschreibwörterbuch)).

Die Norm ist also glasklar: Nur die getrennte Form ist korrekt.

Ist „nachwievor“ ein häufiger Fehler?

  • Ja, die Zusammenschreibung „nachwievor“ taucht immer wieder auf, obwohl sie falsch ist. QuillBot (Sprachplattform) zählt sie zu den verbreiteten Rechtschreibfehlern im Deutschen.
  • Der Grund: Im gesprochenen Deutsch klingt die Wendung oft wie ein einziges Wort, was die Falschschreibung begünstigt (BachelorPrint (Bildungsportal)).

Das Muster: Ein akustischer Eindruck führt in die Irre. Wer aber die Regel kennt, kann den Fehler leicht umgehen.

Was bedeutet „nach wie vor“?

Was bedeutet „nach wie vor“ wörtlich?

  • Die Wendung setzt sich aus temporalelementen zusammen: „nach“ (zeitlich nach einem Punkt), „wie“ (Vergleich), „vor“ (früher). Zusammen drücken sie eine Fortdauer aus (korrekturen.de (Sprachredaktion)).
  • Die Bedeutung ist laut Duden (das offizielle Rechtschreibwörterbuch): „noch immer“.

In welchem Kontext verwendet man den Ausdruck?

  • „Nach wie vor“ beschreibt einen Zustand, der in der Vergangenheit begann und bis in die Gegenwart andauert – z. B. „Die Nachfrage ist nach wie vor hoch“ (Scribbr (Bildungsportal)).
  • Der Ausdruck ist stilistisch neutral und kann formell wie informell verwendet werden.

Die Nuance: Anders als „immer noch“ kann „nach wie vor“ einen leichten Gegensatz implizieren – „trotz allem ist es noch so“. Das macht die Wendung besonders in argumentativen Texten nützlich.

Welche Beispielsätze gibt es mit „nach wie vor“?

Kann man „nach wie vor“ am Satzanfang verwenden?

  • Ja. Beispiel: „Nach wie vor regnet es in Strömen.“ Der Ausdruck besetzt dann die Vorfeld-Position und das Verb folgt direkt (Duden (das offizielle Rechtschreibwörterbuch)).

Beispiele mit verschiedenen Subjekten

  • „Er hatte nach wie vor nie Zeit.“ (Duden (das offizielle Rechtschreibwörterbuch))
  • „Die Firma sucht nach wie vor Fachkräfte.“
  • „Nach wie vor gilt die alte Regelung.“

Die Satzgliedstellung ist flexibel – die Wendung kann sowohl im Mittelfeld als auch im Vorfeld stehen. Kein Komma ist erforderlich, da es sich um eine adverbiale Fügung handelt.

Welche Synonyme gibt es für „nach wie vor“?

Welche Synonyme sind üblich?

  • „immer noch“, „noch immer“, „weiterhin“, „nach wie vor“ (selbstreferentiell). Der Duden (das Standardwerk) listet unter anderem „dauernd“, „durchgehend“, „noch“ und „permanent“ als synonyme Ausdrücke.

Unterschied zwischen „nach wie vor“ und „immer noch“?

  • Beide sind bedeutungsgleich. Scribbr (Bildungsportal) weist darauf hin, dass „immer noch“ manchmal eine negative Konnotation haben kann („er ist immer noch nicht fertig“), während „nach wie vor“ neutraler wirkt.
  • „Weiterhin“ gilt als etwas formeller, eignet sich aber ebenfalls als Ersatz (QuillBot (Sprachplattform)).

Die Wahl des Synonyms hängt vom Register ab. Im Alltag greifen die meisten zu „immer noch“ – in der Schriftsprache ist „nach wie vor“ die sichere, stilistisch flexible Variante.

Wie sagt man „nach wie vor“ auf Englisch?

Wie übersetzt man „nach wie vor“ ins Englische?

  • Die häufigste Entsprechung ist „still“ oder „as before“. Die sinngemäße Übersetzung lautet „still“ für Fortdauer und „as before“ für den Vergleichsaspekt. Eine wortwörtliche Übertragung ist nicht möglich (QuillBot (Sprachplattform)).

Gibt es eine direkte Entsprechung?

  • Nein. Im Englischen existiert keine äquivalente Wendung aus drei Wörtern. Man muss je nach Kontext „still“, „yet“, „as ever“ oder „to this day“ wählen.

Der Überbrückung: Deutsche Muttersprachler neigen dazu, „nach wie vor“ auch im Englischen durch „still“ zu ersetzen – was meistens passt, aber nicht immer den vollen Sinngehalt der deutschen Wendung trägt.

Ein direkter Vergleich zeigt auf einen Blick, welche Form richtig ist und was die zusammengeschriebene Variante falsch macht.

Merkmal nach wie vor (korrekt) nachwievor (falsch)
Schreibweise getrennt zusammen
Bedeutung noch immer, immer noch identisch (aber falsch geschrieben)
Duden-Status gelistet nicht gelistet
Häufigkeit im Sprachgebrauch korrekt, standardsprachlich Fehler, kommt aber vor

Die Lektion: Die Zusammenschreibung mag zwar manchmal im Internet auftauchen, ist aber in keinem offiziellen Regelwerk akzeptiert. Wer sie vermeidet, zeigt sprachliches Bewusstsein.

Klärungsbereich

Bestätigte Fakten

  • Getrenntschreibung „nach wie vor“ ist die einzige korrekte Form.
  • Bedeutung: „noch immer, immer noch“.
  • Duden und andere Rechtschreibwörterbücher bestätigen dies.
  • Zusammenschreibung ist ein häufiger Fehler.

Was unklar ist

  • Keine Unsicherheiten – die Rechtschreibung und Bedeutung sind eindeutig.

„nach wie vor – getrennt geschriebene Wendung mit der Bedeutung ‚immer noch‘.“

– Duden (Redaktion)

„Die Wendung wird stets getrennt geschrieben, da sie aus drei eigenständigen Wörtern besteht.“

– korrekturen.de (Sprachredaktion)

Für alle, die im beruflichen oder privaten Schreiben auf Nummer sicher gehen wollen, ist die Sache klar: „nach wie vor“ bleibt getrennt – und wer sich an den Duden hält, vermeidet den häufigsten Rechtschreibfehler bei dieser Wendung. Die Alternative „nachwievor“ ist nicht nur falsch, sondern schwächt auch die sprachliche Glaubwürdigkeit. Deshalb gilt: kurz innehalten, getrennt schreiben – und sich der korrekten Form sicher sein.

Weitere Quellen

duden.de, sekretaria.de, vogt-text.ch

Ähnlich verhält es sich mit der Wendung “immer noch”, deren Schreibweise ebenfalls häufig verwechselt wird, wie ein auch bei immer noch zeigt.

Häufig gestellte Fragen

Kann man „nach wie vor“ am Satzanfang schreiben?

Ja. Beispiel: „Nach wie vor regnet es.“ Der Ausdruck kann die erste Position im Satz besetzen.

Wird „nach wie vor“ großgeschrieben?

Nein, es sei denn, es steht am Satzanfang. Alle drei Wörter werden kleingeschrieben.

Gibt es einen Unterschied zwischen „nach wie vor“ und „noch immer“?

Beide bedeuten dasselbe. „Noch immer“ kann leicht negativ klingen, „nach wie vor“ ist neutral.

Ist „nach wie vor“ formell oder informell?

Es ist stilistisch neutral und kann in allen Kontexten verwendet werden.

Verwendet man „nach wie vor“ auch in der Umgangssprache?

Ja, im mündlichen Sprachgebrauch ist es üblich und nicht abwertend.

Welche Herkunft hat die Wendung „nach wie vor“?

Sie stammt aus dem Mittelhochdeutschen „nāch wie vor“ und ist seit Jahrhunderten unverändert.

Setzt man bei „nach wie vor“ ein Komma?

Nein, die Wendung ist eine adverbiale Fügung und wird nicht durch Komma abgetrennt.