
Co-Amoxi-Mepha – Wirkung, Dosierung und Nebenwirkungen
Co-Amoxi-Mepha ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum auf Basis von Amoxicillin und Clavulansäure, das von Mepha Pharma in der Schweiz hergestellt wird. Es kommt bei verschiedenen bakteriellen Infektionen zum Einsatz und ist als Filmtablette oder Lactab (dispergierbare Tablette) erhältlich.
Das Präparat zählt zu den Breitband-Antibiotika und wird häufig bei Atemwegs-, Harnwegs- sowie Hautinfektionen verschrieben. Die Kombination aus zwei Wirkstoffen macht es besonders wirksam gegen Erreger, die gegen reine Amoxicillin-Präparate bereits Resistenzen entwickelt haben.
Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Wirkung, Dosierung, Anwendungsgebiete und Risiken des Medikaments – basierend auf offiziellen Fachinformationen und behördlich zugelassenen Quellen.
Was ist Co-Amoxi-Mepha?
Amoxicillin + Clavulansäure
Filmtabletten, Lactab
Mepha Pharma (Schweiz)
Auf Rezept
Wichtige Fakten im Überblick
- Breitband-Antibiotikum gegen bakterielle Infektionen
- Clavulansäure schützt Amoxicillin vor Zerstörung durch Bakterienenzyme
- Nicht geeignet für virale Infektionen wie Erkältungen oder Grippe
- Therapiedauer variiert je nach Infektion: 5 bis 14 Tage
- Resistenzüberwachung durch Swissmedic fortlaufend aktualisiert
- Verschreibungspflichtig in der Schweiz
| Fakt | Details |
|---|---|
| Stärken | 625 mg, 875/125 mg, 1000 mg |
| Anwendungsgebiete | Atemwegs-, Harnwegsinfektionen, Hautinfektionen |
| Haltbarkeit | 3 Jahre |
| Preis (ca.) | CHF 20–40 pro Packung |
| Zulassungsinhaberin | Mepha Pharma AG |
| Offizielle Zulassung | Swissmedic (AuthNr 57047, 57339) |
Wofür wird Co-Amoxi-Mepha verwendet?
Co-Amoxi-Mepha kommt bei bakteriellen Infektionen zum Einsatz, die durch Mikroorganismen verursacht werden, welche auf Amoxicillin allein nicht mehr ansprechen. Die Clavulansäure spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie hemmt bestimmte Enzyme (beta-laktamase-produzierende Bakterien), die den Wirkstoff Amoxicillin sonst unwirksam machen würden.
Weitere wirtschaftliche Kennzahlen aus der Schweiz finden Sie im Schweiz BIP pro Kopf-Bericht.
Atemwegsinfektionen
Zu den häufigsten Anwendungsgebieten zählen Infektionen der oberen und unteren Atemwege. Dazu gehören:
- Tonsillitis (Mandelentzündung)
- Pharyngitis (Rachenentzündung)
- Otitis media (Mittelohrentzündung)
- Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
- Bronchitis
- Pneumonie (Lungenentzündung)
Harnwegs- und Geschlechtskrankheiten
Auch im urogenitalen Bereich wird Co-Amoxi-Mepha eingesetzt:
- Zystitis (Harnblasenentzündung)
- Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung)
- Gonorrhö (Tripper)
Hautinfektionen
Das Antibiotikum findet zudem Anwendung bei bakteriellen Hautinfektionen, die auf eine systemische Therapie angewiesen sind.
Co-Amoxi-Mepha darf nicht bei viralen Infektionen eingesetzt werden. Eine eigenmächtige Einnahme ohne ärztliche Diagnose kann zur Resistenzbildung beitragen und ist daher nicht empfehlenswert.
Gegenanzeigen
Das Medikament ist in folgenden Fällen kontraindiziert:
- Allergie gegen Penicilline oder Cephalosporine
- Früherer Ikterus oder Leberfunktionsstörungen unter einer Therapie mit Amoxicillin/Clavulansäure
- Mononukleose (Pfeifferisches Drüsenfieber)
- Lymphatische Leukämie
Patienten mit Allergien wie Asthma oder Heuschnupfen sollten vor der Einnahme ihren Arzt informieren. Weitere Informationen zu Goldpreisen finden Sie unter Goldpreis pro Gramm CHF.
Wie hoch ist die Dosierung von Co-Amoxi-Mepha?
Die Dosierung richtet sich nach dem Alter, dem Körpergewicht und der Schwere der Infektion. Grundsätzlich gilt: Die Einnahme erfolgt oral – entweder als Filmtablette oder als Lactab (dispergierbare Tablette).
Erwachsene und Jugendliche ab 18 Jahren (Kinder über 40 kg)
| Darreichungsform | Empfohlene Dosis |
|---|---|
| 625 mg | 3× täglich |
| 1000 mg (Filmtabl oder Lactab) | 2–3× täglich |
Kinder und Jugendliche unter 40 kg
Für jüngere Patienten stehen niedrigere Dosierungen zur Verfügung (156,25 mg oder 312,5 mg). Die Dosierung orientiert sich an Richtlinien pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag – eine ärztliche Verschreibung und Anpassung ist zwingend erforderlich.
Co-Amoxi-Mepha sollte zu Beginn der Mahlzeiten mit mindestens einem halben Glas Wasser eingenommen werden. Dies minimiert Magen-Darm-Beschwerden und verbessert die Resorption des Wirkstoffs.
Besondere Hinweise bei Vorerkrankungen
Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen ist besondere Vorsicht geboten. In solchen Fällen passt der Arzt die Dosis individuell an. Bei einer Langzeittherapie empfiehlt die Fachinformation eine regelmäßige Überwachung von:
- Leberfunktion
- Nierenfunktion
- Blutbild
Welche Nebenwirkungen hat Co-Amoxi-Mepha?
Wie alle Arzneimittel kann Co-Amoxi-Mepha Nebenwirkungen hervorrufen. Diese treten mit unterschiedlicher Häufigkeit auf – von sehr häufig bis sehr selten.
Sehr häufig (mehr als 1 von 10 Behandelten)
- Durchfall
- Weiche Stühle
Häufig (1 bis 10 von 100 Behandelten)
- Übelkeit
- Erbrechen (häufiger bei höheren Dosen)
- Bauchschmerzen
Gelegentlich (1 bis 10 von 1000 Behandelten)
- Dyspepsie (Verdauungsbeschwerden)
- Appetitlosigkeit
- Magendruck, Flatulenz
- Veränderte Leberwerte (AST/ALT-Anstieg)
- Hautausschläge, Juckreiz, Urtikaria (Nesselsucht)
- Schwindel, Kopfschmerzen
Selten (1 bis 10 von 10.000 Behandelten)
- Glossitis (Zungenentzündung), Stomatitis (Mundschleimhautentzündung)
- Hepatitis, cholestatischer Ikterus
Das Risiko für Leberentzündungen und cholestatischen Ikterus ist bei Patienten über 65 Jahren, bei Männern und bei längerer Therapiedauer erhöht – und liegt etwa fünfmal höher als bei Amoxicillin allein. Bei ersten Anzeichen einer Leberfunktionsstörung (Gelbfärbung der Haut, dunkler Urin) muss das Medikament sofort abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden.
Sehr selten (weniger als 1 von 10.000 Behandelten)
- Pseudomembranöse Kolitis, hämorrhagische Kolitis
- Krämpfe, Hyperaktivität
- Blutbildveränderungen (z. B. Thrombozytopenie)
- Nierenentzündung (interstitielle Nephritis)
- Schwere allergische Reaktionen: Anaphylaxie, Kounis-Syndrom (mit Brustschmerzen)
- SCAR-Reaktionen: Stevens-Johnson-Syndrom, DRESS-Syndrom, AGEP (akute generalisierte exanthematische Pustulose)
Bei schweren Magen-Darm-Störungen wie anhaltendem Erbrechen oder Durchfall sollte die Einnahme unterbrochen und ärztlicher Rat eingeholt werden. Gegebenenfalls kommt eine parenterale (injizierbare) Alternative infrage.
Entwicklung und Zulassung
- Markteinführung: 1990er Jahre durch Mepha Pharma AG
- Offizielle Zulassung: Erteilt von Swissmedic (Schweizerische Heilmittelanstalt)
- Fortlaufende Resistenzüberwachung: 2024 durch behördliche Stellen aktualisiert
- Verfügbarkeit: Weiterhin als verschreibungspflichtiges Medikament in der Schweiz erhältlich
Bewiesene Fakten versus Unklare Aspekte
- Zugelassenes Medikament mit nachgewiesener Wirkung
- Wirksam gegen beta-laktamase-produzierende Bakterien
- Von Swissmedic reguliert und überwacht
- Breites Anwendungsspektrum bei bakteriellen Infektionen
- Individuelle Reaktionen können stark variieren
- Allergierisiko bei Penicillin-Empfindlichkeit
- Langzeitrisiken für Leber und Niere nicht vollständig quantifizierbar
- Wechselwirkungen mit einzelnen Medikamenten nicht in allen Quellen detailliert
Hintergrund und Einordnung
Co-Amoxi-Mepha gehört zur Gruppe der Breitband-Antibiotika und stellt eine Weiterentwicklung gegenüber reinem Amoxicillin dar. Durch die Zugabe von Clavulansäure wird das Wirkspektrum erheblich erweitert, da viele Bakterienarten mithilfe von Beta-Laktamasen in der Lage sind, Amoxicillin zu inaktivieren.
In der Schweiz ist das Präparat eines von mehreren amoxicillinbasierten Antibiotika mit Clavulansäure-Zusatz. Der Hersteller Mepha Pharma AG hat sich auf die Produktion von Generika spezialisiert und vertreibt Co-Amoxi-Mepha ausschließlich über Apotheken und verschreibende Ärzte.
Die Resistenzlage gegenüber Beta-Laktam-Antibiotika wird in der Schweiz und in Deutschland kontinuierlich überwacht. Der Einsatz von Co-Amoxi-Mepha sollte stets nach ärztlicher Diagnose und Resistenztestung erfolgen.
Offizielle Quellen und weiterführende Informationen
Swissmedic bezeichnet Co-Amoxi-Mepha als Standardtherapie für beta-laktam-sensitive Erreger.
Für vollständige medizinische Informationen empfehlen sich folgende offizielle Quellen:
- Fachinformation Swissmedicinfo (AuthNr 57047)
- Fachinformation Swissmedicinfo (AuthNr 57339)
- Compendium.ch – Offizielles Arzneimittelinformationsportal
- Medikamio – Patienteninformation
- Fachinformation als PDF (Janusinfo)
- PharmaWiki – Schweizer Arzneimitteldatenbank
Zusammenfassung
Co-Amoxi-Mepha ist ein bewährtes, verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Schweiz, das bei einer Vielzahl bakterieller Infektionen eingesetzt wird. Die Kombination aus Amoxicillin und Clavulansäure macht es besonders wirksam gegenüber Erregern, die gegen andere Antibiotika resistent geworden sind. Die Einnahme erfolgt in der Regel über 5 bis 14 Tage, die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht und der Art der Infektion. Wie bei allen Arzneimitteln können Nebenwirkungen auftreten – von milden Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu seltenen, aber schwerwiegenden allergischen Reaktionen. Patienten sollten bei der Einnahme auf ihren Körper hören und bei Auffälligkeiten umgehend ärztlichen Rat einholen.
Häufig gestellte Fragen
Ist Co-Amoxi-Mepha rezeptfrei erhältlich?
Nein. Co-Amoxi-Mepha ist in der Schweiz verschreibungspflichtig und kann nur mit ärztlicher Verordnung in der Apotheke bezogen werden.
Wie lange dauert eine Behandlung mit Co-Amoxi-Mepha?
Die Behandlungsdauer beträgt je nach Art und Schwere der Infektion zwischen 5 und 14 Tagen. Die genaue Dauer bestimmt der behandelnde Arzt.
Kann ich Co-Amoxi-Mepha während der Schwangerschaft einnehmen?
Schwangere Frauen sollten Co-Amoxi-Mepha nur nach ausdrücklicher Rücksprache mit einem Arzt einnehmen. Die Fachinformation enthält entsprechende Warnhinweise.
Was soll ich tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
Wenn eine Einnahme vergessen wurde, sollte die nächste Dosis zum üblichen Zeitpunkt eingenommen werden – ohne Verdopplung. Bei Unsicherheiten den Arzt oder Apotheker fragen.
Welche Alternativen gibt es bei Penicillin-Allergie?
Bei einer nachgewiesenen Allergie gegen Penicilline oder Cephalosporine kommen alternative Antibiotikagruppen infrage. Der Arzt wählt in solchen Fällen ein geeignetes Präparat.
Verträgt sich Co-Amoxi-Mepha mit Alkohol?
Explizite Wechselwirkungen mit Alkohol sind in den offiziellen Quellen nicht dokumentiert. Allgemein wird jedoch bei Antibiotika-Therapien Mäßigung beim Alkoholkonsum empfohlen.
Wie unterscheidet sich Co-Amoxi-Mepha von reinem Amoxicillin?
Der entscheidende Unterschied liegt in der Clavulansäure. Dieser Zusatzstoff hemmt bakterielle Enzyme (Beta-Laktamasen), die Amoxicillin normalerweise zerstören. Dadurch bleibt das Antibiotikum auch gegen resistente Erreger wirksam.